UNSERE MISSION

Der plutokratische Ansatz

Die NET sind relativ selten im Vergleich zu den „vier grossen“ Krebsarten: Brust, Darm, Lungen und Prostata. Demzufolge hat sich die Forschung zu neuen Therapien für seltene Krankheiten, darunter auch die NET, weit weniger entwickelt. Es ist in der Tat nicht leicht, Patienten für klinische Tests zu finden (weil es weniger davon gibt). Auch die Beschaffung von Geldmitteln ist für solche Projekte schwieriger, denn die Geldgeber ziehen es oft vor, ihre Mittel für weit verbreitete Krankheiten einzusetzen, da im Fall der Entdeckung einer Behandlung ein starkes Echo bei einem grossen Personenkreis zu erwarten ist. Weil die Pharmaunternehmen in kleinen Märkten mit wenig Patienten kaum viel Profit erwirtschaften können, neigen sie dazu, ihr Geld nicht in Forschungen dieser Art zu investieren.

Diese Feststellungen konnten jedoch die Partner von Victory Net, Alexander Masters und Dominic Nutt, nicht entmutigen. Sie fanden einen Weg, um Tests bei seltenen Krankheiten wie den NET zu finanzieren: den plutokratischen Ansatz. Im Lauf der letzten Jahre konnten Alexander und Dominic nachweisen, dass zahlreiche Tests und wissenschaftlich wertvolle Initiativen, die NET-Patienten geholfen hätten, aus Geldmangel angehalten oder eingestellt wurden.

In Zusammenarbeit mit den Universitäten von Uppsala und Oxford haben sie aufgezeigt, dass es (sowohl in praktischer wie ethischer Hinsicht) möglich ist, klinische Tests von NET-Behandlungen durchzuführen, die von wohlhabenden Spendern finanziert werden, denen im Gegenzug die Teilnahme am Programm ermöglicht wird. Jeder Test, der nicht anders finanziert werden kann, ist anschliessend offen für nicht bezahlende Patienten. Dieser Ansatz ist demnach besonders geeignet, um frische Mittel für die Erforschung seltener Krankheiten zu finden, ohne sie anderen medizinischen Tests wegnehmen zu müssen.

Lesen Sie hier den Artikel von Alexander Masters und Dominic Nutt über den plutokratischen Ansatz (englisch), der im British Medical Journal erschienen ist.